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Interview

Greta Namboutin (50): Von Wut zu Wohlbefinden: Mein Weg durch die Wechseljahre

Veröffentlicht von Saskia Appelhoff im Februar 2025

Artikelbild Greta Namboutin (50): Von Wut zu Wohlbefinden: Mein Weg durch die Wechseljahre

Fotograf: Piet Franzius-Truhlar

Greta Namboutin begleitet seit über 20 Jahren Frauen in ihrer Praxis mit einem Fokus auf Chinesische Medizin und Hypnotherapie. Aus ihrer eigenen Wechseljahreskrise heraus entwickelte sie 'Menomorphose', ein Programm, das gesunde Frauen dabei unterstützt, diese Lebensphase als Chance für Wachstum und Transformation zu nutzen. Ihr Ziel ist es, Frauen zu stärken, gelassener und bewusster durch die Wechseljahre zu gehen und die eigene Kraft neu zu entdecken.

Wie hast Du die ersten Anzeichen der Wechseljahre mitbekommen bzw. realisiert, dass Du in den Wechseljahren bist?

Vieles habe ich erst im Nachhinein verstanden und mit Anfang 40 habe ich überhaupt nicht an Wechseljahre gedacht. Ich fühlte mich jung, fit und weit entfernt von diesem Thema. Mit 37 habe ich meinen zweiten Sohn bekommen und mein Zyklus lief zunächst problemlos. Doch irgendwann traten plötzlich starke Unregelmäßigkeiten auf. Ich habe mir erst nichts dabei gedacht, denn vor meiner ersten Schwangerschaft hatte ich auch oft Probleme mit meinem Zyklus. Ich dachte, das sei einfach typisch für mich.

Mit 43 hatte ich dann eine kurze Schwangerschaft, die leider in einer Fehlgeburt endete. Das war der Moment, in dem ich das Gefühl hatte, dass etwas nicht stimmt. Bei einem Termin erklärte mir meine Gynäkologin schließlich, dass ich in den Wechseljahren bin. Mein Progesteron war bereits gesunken und ein Eierstock hatte seine Tätigkeit vollständig eingestellt, wie man im Ultraschall auch sehen konnte. Der andere funktionierte zwar noch, weshalb ich sporadisch Eisprünge hatte, aber die Diagnose war eindeutig.

Ich fragte sie, was das jetzt konkret bedeutet und was ich tun kann. Ihre Antwort war ernüchternd: ”Nichts. Setzen Sie sich mit dem Älterwerden auseinander.” Das hat mich erst einmal sprachlos gemacht. Ich hatte so viele Fragen und wusste nicht, wie ich mit dieser neuen Phase umgehen sollte.

Und wie hast Du Dich dem Thema genähert?

Zu dieser Zeit hatte ich gerade eine Hypnoseausbildung begonnen und im Rahmen eines Moduls zur Selbsthypnose dachte ich, ich probiere etwas Neues aus. Es war kurz nachdem meine Gynäkologin mir gesagt hatte, dass ein Eierstock bereits atrophiert sei und ich in den Wechseljahren sei. Also entschied ich mich, in der Übung "mit meinem Eierstock zu arbeiten". Es war eher spielerisch, ohne große Erwartungen, aber ein Jahr später war ich erneut bei derselben Gynäkologin. Überraschenderweise stellte sie fest: „Hier bildet sich gerade ein Ei, Sie haben einen Eisprung!“ Das widersprach völlig der Diagnose vom Vorjahr. Sie fragte, was ich gemacht hätte, konnte aber mit meiner Hypnose-Erfahrung wenig anfangen.

Gleichzeitig hatte ich starke Symptome wie Erschöpfung, Gelenkschmerzen und Hüftprobleme, die meinen Alltag massiv beeinträchtigt haben. Ich hatte so starke Schmerzen in den Hüften, dass ich nachts nicht liegen konnte und tagsüber bin ich auf dem Zahnfleisch gegangen. Daher habe ich Hilfe bei verschiedenen Osteopathen gesucht und einer kam dann mit der Vermutung, dass meine Spirale eine Rolle spielen könnte. Das heißt, das war der Erste, der zumindest schon mal einen Link zur Gynäkologie hergestellt hat. 

Doch die Gynäkologin verband meine Beschwerden nie mit hormonellen Veränderungen oder den Wechseljahren. Stattdessen wurde ich mit Aussagen wie „Das ist das Älterwerden“ abgespeist. Auch von bioidentischen Hormonen riet sie mir kategorisch ab. Inzwischen hat sie ihre Meinung geändert und nimmt das Thema Wechseljahre ernster – wohl auch, weil sie gesehen hat, wie sich meine Energie und Lebensqualität verbessert haben.

Früher schlief ich tief und fest – Schlaf war nie ein Thema. In den Wechseljahren schlief ich vor Erschöpfung zwar sofort ein, wachte aber mehrfach auf und fand nicht mehr zurück in den Schlaf. Stattdessen überrannten mich mitten in der Nacht Wellen starker Gefühle.

Greta Namboutin

Warum hat sie Dir von Hormonen abgeraten?

Ich glaube, dass meine frühere Gynäkologin einfach überzeugt war, dass wir uns dem Älterwerden einfach stellen müssen – ohne Unterstützung wie Hormone. Jetzt verschreibt sie bioidentische Hormone an andere Patientinnen, was mich einerseits für die nächsten Generationen freut, aber es ärgert mich auch. Damals wurde ich mit meinen Beschwerden – von Gelenkschmerzen bis hin zur Erschöpfung – einfach nicht ernst genommen. 

Oft habe ich nur drei Stunden pro Nacht geschlafen, und das über Wochen. Ich war völlig ausgelaugt. Dabei hatte ich keinen Stress im klassischen Sinne – ich fiel todmüde ins Bett, wachte aber ständig wieder auf, oft ohne erkennbaren Grund. Dieses extreme Schlafdefizit hat mich an meine Grenzen gebracht, und ich weiß bis heute nicht, ob meine Stimmungsschwankungen wie Gereiztheit, Wut und Ängste eine Folge des Schlafmangels waren oder umgekehrt. Es war eine echte Belastungsprobe. Ich hätte nie gedacht, dass meine Emotionen mich vom Schlaf abgehalten haben, schließlich bin ich immer erschöpft eingeschlafen. Aber dann eben nach kurzer Zeit wieder aufgewacht. 

Ich erinnere mich noch an einen Geburtstag von einer Freundin, auf den ich mich eigentlich gefreut hatte und ich fühlte mich nicht in der Lage, dort hinzugehen. Das war auch ein Moment, wo sich meine Freunde wirklich Sorgen gemacht haben. Denn so bin ich nicht: was ich schon alles in meinem Leben gemacht habe, obwohl ich keine Lust hatte, weil ich wusste, wenn ich da bin, wird es gut. Aber an dem Tag bin ich nicht gegangen. Ich fühlte mich nicht mal in der Lage, spazieren zu gehen.

Und das waren rückblickend so unerklärliche Momente; ich wusste, ich bin in den Wechseljahren und habe trotzdem diese Situationen und krassen emotionalen Zustände nicht mit denen meiner Peri oder Menopause verknüpft sind. Es hat mir auch keiner dabei geholfen, diese Informationen zusammenzubringen.

Letztlich hat mich eine Kollegin darauf gebracht, einen Arzt aufzusuchen, der bioidentische Hormone einsetzt – erst das hat mir wirklich geholfen. Aber der Weg dorthin war frustrierend.

Der Arzt, der dir die bioidenten Hormone verschrieben hat, ist das ein Allgemeinmediziner?

Ja, das ist ein Allgemeinmediziner und er war schockiert über den niedrigen Stand meiner Hormone. Er ist ein großer Rimkus-Fan [siehe Erklärung in Box] und hat mir eine spezielle Mischung zusammengestellt, und nach nur zwei Kapseln konnte ich wieder durchschlafen – jede Nacht. Sogar meine Periode, die eine Zeit lang ausgeblieben war, kam zurück. Innerhalb einer Woche war ich wieder ich selbst, was einfach phänomenal war.

Ich gehe alle drei Monate zu ihm und er überprüft dann wieder meine Hormonwerte und stellt fest, ob die stimmen oder nicht. Er erhöht nie einfach so die Dosis, sondern schaut immer genau hin, was sich verändert. In den Kapseln ist Progesteron, Östrogen und DHEA drin, sowie Zink und Vitamin D. Die nehme ich morgens und abends, wobei in der Kapsel für abends ein bisschen mehr Progesteron drin ist. Und die werden immer wieder neu für mich abgemischt, deshalb gehe ich alle drei Monate hin. Zusätzlich nehme ich viele Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren, die genau auf mich abgestimmt sind. Seitdem geht es mir gut. 

Rimkus

Die Rimkus®-Methode ist ein innovativer Ansatz zur Hormonersatztherapie in den Wechseljahren, der von Dr. Volker Rimkus entwickelt wurde. Im Gegensatz zu herkömmlichen Hormonersatztherapien verwendet die Rimkus-Methode ausschließlich bioidentische Hormone. Ein zentraler Aspekt der Rimkus-Methode ist, dass die Dosierung und Anwendung der Hormone genau auf die individuellen Hormonwerte und Symptome der Frau abgestimmt werden, anstatt allgemeine Standardtherapien zu verwenden. Dabei wird oft auf eine Kombination von Bluttests und regelmäßigen Kontrollen gesetzt, um die Therapie kontinuierlich anzupassen und sicherzustellen, dass der Hormonspiegel im optimalen Bereich bleibt. Die Therapie zielt darauf ab, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen und somit verschiedene Wechseljahresbeschwerden zu lindern.

Üblicherweise werden zwei Kapseln täglich mit je 0,5 bis 1 mg mikronisiertem Östradiol und 50 bis 100 mg mikronisiertem Progesteron, gelöst in Olivenöl, verschrieben bzw. für Frauen in der Peri- und Postmenopause kombinierte Östradiol- und Progesteron-Kapseln. 

Die Rimkus-Kapseln enthalten zusätzlich 1000 I.E. Colecalciferol zur Vitamin-D-Substitution sowie Kupfer- und Zinkgluconat als Spurenelemente. Dr. Rimkus stellt nach eigenen Angaben hohe Qualitätsanforderungen an seine Präparate bspw. hinsichtlich des Grades der Mikronisierung und der Genauigkeit der Dosierung. 

Quelle: daz.

Wird das von der Kasse übernommen?

Das wird meiner Meinung nach nicht von den gesetzlichen Krankenkassen abgedeckt, aber ich habe das Glück, dass ich privat versichert bin und es von meiner Kasse übernommen wird. Leider ist die Methode sehr kostspielig, weil sie regelmäßige Blutuntersuchung notwendig macht zur Bestimmung des Hormonspiegels und zur passgenauen Anpassung der Therapie. Die Rimkus-Kapseln selbst kosten etwa 200 Euro für drei Monate, was teurer ist als andere bioidentische Hormonpräparate aus der Apotheke.

Ich halte nichts von dem Ansatz, einfach pauschal und undifferenziert zu ergänzen. Bei Hormonen, genauso wie bei Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminen: Nur gezielt das zu supplementieren, was tatsächlich fehlt, statt pauschale Präparate einzunehmen.

Mich überzeugt die Methode und natürlich sind die Kosten ein großes Hindernis und das finde ich dramatisch, weil es eine wirksame, natürliche Behandlungslösung für viele unzugänglich macht.

Als es dir dann mit der Hormontherapie besser ging, hast Du angefangen, dich mit den Wechseljahren tiefer auseinanderzusetzen. Wie hast du das denn gemacht? Hast du Bücher gelesen, Podcasts gehört?

Ich habe mit „Women on Fire“ angefangen, aber schnell weitere Podcasts, Bücher und Online-Quellen durchstöbert, um alles über das Thema Wechseljahre zu lernen. Ich war so betroffen und hatte ja so viele Themen, dass ich förmlich in alle Themen eingetaucht bin, um Lösungen zu finden. Ich habe angefangen, mich intensiv mit meiner Gesundheit auseinanderzusetzen und nach und nach alles zu optimieren.

Mit all den Maßnahmen, die ich für mich treffe, geht es mir wirklich gut. Natürlich habe ich auch mal schlechte Tage, besonders im Winter. Aber ich weiß, dass ich mich besser fühle, wenn ich regelmäßig trainiere, auf meine Ernährung achte und meine Supplements nehme. Für mich funktioniert das einfach.

Ich höre oft von anderen, dass sie nicht so viel auf einmal umsetzen können oder es ihnen zu viel ist. Und das verstehe ich. Aber ich war wirklich stark betroffen – mit Schlafstörungen, Muskelschmerzen und ständigen Erschöpfungszuständen. Jetzt, wo sich alles deutlich verbessert hat, merke ich den Unterschied. Es geht mir nicht um Perfektion, sondern um mein Wohlbefinden. Ich finde es wichtig, dass jede für sich selbst herausfindet, was ihr hilft. Aber wer wie ich so viele Herausforderungen hatte, sollte sich nicht kritisieren lassen, wenn sie alles gibt, um sich besser zu fühlen.

Manche Themen sind aber auch einfach sehr unübersichtlich. Was Ernährung betrifft, finde ich es manchmal verwirrend: Die einen empfehlen rein pflanzliche Kost, andere behaupten, ohne tierisches Protein geht es nicht. Als Vegetarierin ist klar, dass ich keine Tiere esse, aber bei Milchprodukten bin ich unsicher. Hinzu kommt, dass Trends wie intermittierendes Fasten mal als Wunderlösung, mal als schädlich für Frauen dargestellt werden.

Ich habe lange Zeit intermittierendes Fasten gemacht, was mir gut getan hat, doch der Druck, abends noch etwas zu essen, hat mich aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich schlafe da nicht so gut. Es bringt mich irgendwie durcheinander. Solche widersprüchlichen Empfehlungen finde ich anstrengend, und am Ende zählt für mich vor allem, was meinem Körper wirklich guttut.

Greta Namboutin - Interview mit Menotpause

Fotograf: Piet Franzius-Truhlar

Was hätte dir rückblickend geholfen, besser mit den Wechseljahren umzugehen?

Mir hätte es enorm geholfen, besser über die Wechseljahre informiert zu sein. Es geht nicht nur um einen sinkenden Hormonspiegel, einen unregelmäßigen Zyklus oder einen atrophierenden Eierstock – sondern um die viel umfassenderen Auswirkungen auf Körper und Psyche. Zweimal habe ich versucht, das Thema bei meiner Gynäkologin anzusprechen, aber dort wurde mir kaum weitergeholfen. Dabei wäre es genau das, was ich mir von dieser Stelle erwartet hätte.

Das allgemeine Wissen, dass die Menopause Hitzewallungen auslösen kann, ist weit verbreitet. Doch warum weiß kaum jemand, dass Schlafstörungen, extreme Stimmungsschwankungen oder anhaltende Wut ebenso häufig auftreten können. Ich war ja drei Jahre lang eigentlich nur wütend, die ganze Zeit. Ich habe Workshops besucht und Bücher gelesen, um diese Wut zu verstehen – ohne zu ahnen, dass mein Progesteronmangel der Auslöser sein könnte. Hätte mir das jemand gesagt - ich wäre so dankbar gewesen. Ich hätte mir viel früher die richtige Unterstützung suchen können.

Natürlich schließt das nicht aus, dass man sich auch persönlich weiterentwickeln sollte, z.B. durch Reflexion der eigenen Emotionen. 

Doch hormonelle Einflüsse spielen oft eine große Rolle, und das sollte genauso bekannt sein wie andere medizinische Empfehlungen, etwa Fluorid in der Zahnpasta.

Damals gab es kaum Informationen, und ich freue mich sehr, dass sich das heute verändert. Trotzdem begegnen mir auch jetzt noch Frauen, die keinerlei Wissen über diese Themen haben – selbst in einem Alter, in dem die Wechseljahre längst beginnen könnten.

Nicht jede Frau muss zur Expertin für die Wechseljahre werden. Aber es wäre hilfreich, wenn jede Frau ab etwa 40 wüsste, dass viele Veränderungen – sei es körperlich oder emotional – mit der Perimenopause oder Menopause zusammenhängen könnten. Ähnlich wie fast jedes Mädchen weiß, dass der Beginn der Periode mit Fruchtbarkeit und Sex in Verbindung steht, sollte es ein Grundwissen über diese Lebensphase geben.

Greta Namboutin

Einfach ein solides Basiswissen: Was passiert im Körper, welche Symptome können auftreten, und wo kann man Unterstützung finden? Und dann hat jede Frau die Möglichkeit, sich bei Bedarf intensiver damit auseinanderzusetzen – je nachdem, was für sie wichtig ist. Denn am Ende gibt es keine universelle Lösung: Für manche sind Atmung oder Achtsamkeit der Schlüssel, für andere Ernährung oder Bewegung. Aber Sport und eine bewusste Ernährung spielen meiner Meinung nach immer eine Rolle.

Wie hast du, als eine erfahrene Therapeutin, deine eigene Reise durch die Wechseljahre genutzt, um eine ganzheitliche Behandlungsmethode zu entwickeln, die Schulmedizin, traditionelle chinesische Medizin und Hypnose vereint?

Ich bin seit über 20 Jahren selbstständig und habe eine Praxis, in der ich lange Zeit Themen wie Menstruationsschmerzen, Zyklusunregelmäßigkeiten, Kinderwunsch und gynäkologische Beschwerden wie Myome behandelt habe. Dabei lag mein Schwerpunkt auf jüngeren Frauen und nur selten kamen ältere Frauen mit perimenopausalen Themen zu mir – meist mit Hitzewallungen, die ich gut mit Akupunktur behandeln konnte. Aber da ich selbst keine Hitzewallungen hatte, kam ich nicht darauf, dass meine eigenen Beschwerden mit der Menopause zusammenhängen könnten.

Meine Gynäkologin vermittelte mir wie gesagt den Eindruck, das sei alles natürlich und man kann da nichts machen, was mich nicht weitergebracht hat. Auch die chinesische Medizin, in der ich tief verwurzelt bin, bot damals nur oberflächliche Ansätze – etwa zehn Seiten in den Lehrbüchern. Erst durch intensives Nachforschen habe ich erkannt, wie viel Wissen tatsächlich vorhanden ist, wenn man tiefer einsteigt. Es geht um mehr als "Yin nähren" oder allgemeine Ratschläge wie Ruhe und Stressabbau. Das Thema ist viel komplexer, und ich habe verstanden, wie wichtig es ist, sich individuell mit Ernährung, Bewegung und dem gesamten Lebensstil auseinanderzusetzen.

Heute kombiniere ich mein Wissen aus Schulmedizin, chinesischer Medizin und Hypnose, um Frauen ganzheitlich zu begleiten. Denn dieser Lebensabschnitt ist kein Verfall, sondern bietet auch Chancen auf mehr Energie und Lebensfreude, wenn man die richtigen Ansätze kennt.

Fotograf: Piet Franzius-Truhlar

Fotograf: Piet Franzius-Truhlar

Wie konntest Du die Wechseljahre als Chance für neue Energie und Lebensfreude verstehen – und welche Ansätze helfen dir, diese Phase individuell und ganzheitlich zu gestalten?

Ich glaube, der Schlüssel liegt in der Verbindung von Körper und Mindset. Wenn ich mir ein Bild von diesem Lebensabschnitt mache, das nur von Verfall geprägt ist – "Alles geht bergab, irgendwann kommt die Menopause und dann der Tod" – da fehlt ja jede Lebensfreude. So wollte ich nicht denken. Natürlich ist man mit 40 älter als mit 20, aber das bedeutet nicht, dass Energie und Lebensqualität verloren gehen müssen.

Rückblickend habe ich mich mit Anfang 40 älter und ausgelaugter gefühlt als jetzt. Damals hatte ich noch kein klares Verständnis dafür, wie ich Energie aufbauen kann – obwohl ich schon lange chinesische Medizin praktizierte. Mir fehlten die richtigen Modelle, um die Zusammenhänge zu verstehen. Erst durch neue Ansätze habe ich gelernt, meine Energie besser zu lenken und wieder in meine Kraft zu kommen.

Greta Namboutin

Früher habe ich mich streng nach den Prinzipien der chinesischen Medizin gerichtet – vor allem der Idee, dass Frauen sich stets warm halten sollten. Warme Füße, warme Nieren, keine Kälteexposition. Deshalb hätte ich nie daran gedacht, kalt zu duschen oder Eis zu baden. Doch durch neue Impulse und ein besseres Verständnis habe ich das hinterfragt. Seit drei Jahren bin ich eine begeisterte Eisbaderin. Interessanterweise passen punktuelle Kältereize durchaus zur chinesischen Sichtweise: Sie stärken, wenn man sich ansonsten warm hält. Für mich war das ein echter Gewinn, und ich gehe jetzt mehrmals pro Woche in die Spree – es ist wunderbar!

Vielen Dank Greta für das spannende Gespräch!

Zusammenfassung:

Great Namboutin beschreibt ihren unerwarteten und herausfordernden Weg durch die Wechseljahre, der von Unwissenheit, Fehldiagnosen und mangelnder Unterstützung durch ihre Gynäkologin geprägt war. Erst durch Selbsthypnose, alternative Behandlungen und letztlich die Rimkus-Methode mit bioidentischen Hormonen fand sie eine Lösung für ihre Beschwerden wie Schlafstörungen, Gelenkschmerzen und extreme Erschöpfung. Heute setzt sie sich für mehr Aufklärung ein und kombiniert in ihrer Arbeit als Therapeutin Schulmedizin, chinesische Medizin und Hypnose, um Frauen ganzheitlich durch die Wechseljahre zu begleiten